Bewertungsportale – was kommt vom BGH? Nicht nur bei uns wird scharf geschossen

Wie bereits in meinem letzten Blog behandelt, möchte ein umtriebiger und kreativer CEO einer Hotelgruppe seine Häuser aus Tripadvisor & Co. löschen lassen. Der Hintergrund ist, dass die Bewertungsplattformen zu Meta-OTAs mutieren und damit sowohl Geschäft über ihre eigene Seite zu den OTAs umleiten, als auch das Google-Ranking der Hotels durch Brand bidding verschlechtern. Meine Meinung und meine Fragen dazu sind in meinem letzten Blogbeitrag mit dem schönen Poker Foto zu lesen.

Nun ist aktuell eine Ärztin bis vor den BGH gezogen, nachdem sie in vorherigen Instanzen verloren hatte, um sich aus dem Bewertungsportal für Ärzte Jameda streichen zu lassen. Sie sieht sich in der Ausübung ihres Berufs in dem Umstand behindert, dass zahlende Kolleginnen und Kollegen bei der Suche stets bevorzugt erscheinen und sie, als nicht zahlende Ärztin, nur mit einem Basiseintrag präsent ist. Bezahlende Ärzte/-innen sind zudem vor der Listung von Basiseinträgen weitgehend geschützt.

Der BGH, und nicht nur dieser, hat bereits 2014 in einem Urteil klargestellt, dass es kein generelles Recht auf Löschung aus einem Bewertungsportal gibt. Soviel dazu.

Natürlich gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Jameda und z.B. Tripadvisor. Während man für das Ärzteportal zahlen muss, um einen Eintrag mit Fotos und Texten zu erhalten, ist dies bei Tripadvisor kostenfrei. Aber … war da nicht noch etwas? Richtig! Man kann ja seit einigen Monaten sein Ranking auch bei Tripadvisor verbessern, z.B. indem man eine Pay-per-Click Option hinzubucht. Ähnelt dieses Verfahren nicht ein wenig dem von Jameda oder ist das nur mein Eindruck?

Was dies juristisch bedeutet, kann ich nicht sagen. Das ist nicht mein Fachgebiet. Aber sollte die Ärztin Recht bekommen, die Chancen sind allerdings gering, stärkt das die Position unseres CEO. Und sollte das Urteil zu Jameda seinen Weg in die Hotellerie finden, könnte dies wiederum eine Sturmflut auslösen. Allerdings müsste sich der BGH dazu in Teilen selber widersprechen.

Oder gilt doch das BGH-Urteil von 2014 und Alles bleibt, wie es ist?

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